Kinder Schutzkonzept PEKiP
- Wissenswertes

Kinderschutzkonzept: Kinderschutz in PEKiP®-Gruppen
Dieses Schutzkonzept dient dem Schutz von Kindern, Eltern und PEKiP-Gruppenleitungen. Es beschreibt die Grundhaltung, die Rahmenbedingungen sowie verbindliche Regeln für die Durchführung von PEKiP-Gruppen. Ziel ist es, eine sichere, vertrauensvolle und entwicklungsfördernde Atmosphäre für alle Beteiligten zu schaffen.
Schutz entsteht nicht allein durch Regeln und Verfahren. Er entsteht durch eine achtsame Haltung, transparente Strukturen, fachliche Kompetenz und eine Kultur des respektvollen Miteinanders.
In den PEKiP-Gruppen tragen Eltern, Gruppenleitungen und Träger gemeinsam Verantwortung für das Wohl der Kinder. Grundlage unserer Arbeit sind die Rechte und Bedürfnisse der Kinder, die Achtung persönlicher Grenzen sowie ein wertschätzender Umgang miteinander.
Kinderschutz verstehen wir als fortlaufenden Prozess der Wahrnehmung, Reflexion und Verantwortung. Dazu gehören klare Rahmenbedingungen ebenso wie die Bereitschaft, das eigene Handeln regelmäßig zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.
1. Grundhaltung und respektvoller Umgang
PEKiP-Gruppen sind Orte der Begegnung, des Lernens und des Austauschs. Die Arbeit orientiert sich an einer wertschätzenden und ressourcenorientierten Haltung gegenüber Kindern und Erwachsenen.
Für die PEKiP-Gruppenleitung gelten insbesondere folgende Grundsätze:
respektvolle und wertschätzende Kommunikation,
Transparenz im eigenen Handeln,
Wahrung professioneller Grenzen,
Schutz der Privatsphäre aller Beteiligten,
diskriminierungsfreier und achtsamer Umgang,
Beachtung der individuellen Bedürfnisse von Kindern und Eltern,
Signale und Bedürfnisse der Kinder werden ernst genommen und respektiert,
unterschiedliche familiäre Lebensweisen, Werte und Erziehungsstile werden wertschätzend behandelt.
Alle Teilnehmenden tragen zu einem respektvollen Miteinander und zur Wahrung persönlicher Grenzen bei.
2. Beschreibung des Angebots
Die PEKiP-Gruppe ist ein primärpräventives Angebot der Eltern- und Familienbildung für Familien mit ihren Kindern im ersten Lebensjahr. Jede Gruppe wird von einer qualifizierten PEKiP-Gruppenleitung begleitet.
Ziel des Angebots ist die Unterstützung und Begleitung von Eltern im ersten Lebensjahr ihres Kindes. Die Gruppenleitung gibt Anregungen für Spiel- und Bewegungsangebote, begleitet die Eltern-Kind-Interaktion und moderiert den Austausch innerhalb der Gruppe.
Die Verantwortung für Pflege, Versorgung, Aufsicht und Entscheidungen bezüglich des Kindes verbleibt jederzeit bei den Eltern bzw. Sorgeberechtigten.
Im Mittelpunkt der Gruppenarbeit stehen:
die Begleitung der Eltern-Kind-Beziehung,
die Stärkung elterlicher Kompetenzen,
die Schaffung eines Freiraumes für kindliche Entwicklung durch Spiel und Bewegung,
die Ermöglichung erster sozialer Erfahrungen der Babys,
der Austausch zwischen Eltern.
Eine Besonderheit von PEKiP ist die Förderung der natürlichen Bewegungsentwicklung. Daher können die Kinder während der Gruppenstunden leicht bekleidet oder unbekleidet sein.
3. Verbindliche Rahmenbedingungen
Zum Schutz aller Beteiligten gelten folgende Rahmenbedingungen:
Die Teilnahme erfolgt ausschließlich gemeinsam mit einem Elternteil oder einer sorgeberechtigten Bezugsperson.
Die Aufsichtspflicht verbleibt jederzeit bei den Eltern bzw. Sorgeberechtigten.
Die Gruppenleitung übernimmt keine Betreuungsaufgaben.
Pflegerische oder therapeutische Tätigkeiten werden durch die Gruppenleitung nicht durchgeführt.
Demonstrationen und praktische Anleitungen erfolgen ausschließlich an einer Puppe oder durch verbale Anleitung der Eltern.
Es finden keine Einzelsettings zwischen Gruppenleitung und Kind statt.
Die Gruppenstunden finden in einem geschützten und vertrauensvollen Rahmen statt.
Eltern entscheiden jederzeit eigenverantwortlich über die Teilnahme ihres Kindes an einzelnen Angeboten.
4. Nähe, Distanz und Schutz persönlicher Grenzen
Die Wahrung persönlicher Grenzen ist ein wesentlicher Bestandteil der PEKiP-Arbeit. Körperliche Kontakte, die von den Erwachsenen initiiert werden, zwischen Erwachsenen und Kindern erfolgen grundsätzlich durch die jeweiligen Eltern bzw. Sorgeberechtigten.
Die Gruppenleitung vermeidet körperliche Kontakte zu Kindern. Notwendige Berührungen zur Gefahrenabwehr oder zum unmittelbaren Schutz eines Kindes erfolgen ausschließlich situationsbezogen, transparent und möglichst in Anwesenheit der Eltern.
Grenzüberschreitendes Verhalten, diskriminierende Äußerungen, Beschämungen oder abwertende Kommunikation werden nicht toleriert.
5. Umgang mit Fotos, Videos und Datenschutz
Zum Schutz der Privatsphäre aller Familien werden innerhalb der PEKiP-Gruppenstunden keine Fotos, Videos oder Tonaufnahmen von anderen Kindern, Eltern oder Familien erstellt.
Grundsätzlich empfehlen wir, im Sinne der EU-Kinderrechtkonvention, gar keine Aufnahmen, auch nicht vom eigenen Kind, während der Gruppenstunde zu machen.
Der Datenschutz wird eingehalten.
6. Vorgehen bei Anhaltspunkten für eine Kindeswohlgefährdung
Ergeben sich gewichtige Anhaltspunkte für eine mögliche Kindeswohlgefährdung, handelt die Gruppenleitung entsprechend den gesetzlichen Vorgaben sowie den Regelungen des jeweiligen Trägers.
Dazu gehören insbesondere:
sorgfältige Beobachtung,
sachliche und vertrauliche Dokumentation,
fachliche Beratung und kollegiale Reflexion,
soweit möglich die Einbezug der Eltern,
die Kontaktaufnahme zu einer insoweit erfahrenen Fachkraft
gegebenenfalls die Information des zuständigen Jugendamtes gemäß § 8a SGB VIII.
Das Wohl des Kindes steht dabei stets im Mittelpunkt.
7. Beschwerden und Rückmeldungen
Fragen, Unsicherheiten, Anregungen oder Beschwerden können jederzeit offen angesprochen werden: Rückmeldungen werden ernst genommen, vertraulich behandelt und als Möglichkeit zur Weiterentwicklung der Gruppenarbeit verstanden.
Ansprechpersonen ist die jeweilige PEKiP-Gruppenleitung sowie die verantwortliche Leitung des Trägers bzw. der Einrichtung. Sollte dies nicht möglich sein, steht der PEKiP e.V. zur Verfügung: info@pekip.de oder telefonisch über die Geschäftsstelle: 0049 202 25 13 13 90
8. Verhaltenskodex für PEKiP®-Gruppenleitungen
Die PEKiP-Gruppenleitung trägt Verantwortung für die Gestaltung eines sicheren, wertschätzenden und entwicklungsfördernden Rahmens für Kinder und ihre Familien.
Sie verpflichtet sich zu folgenden Grundsätzen:
Ich begegne Kindern, Eltern und Kolleg*innen mit Respekt, Wertschätzung und Offenheit.
Ich achte die Würde, die Rechte und die individuellen Grenzen jedes Kindes und jedes Erwachsenen.
Ich gestalte meine Rolle transparent und halte professionelle Grenzen ein.
Ich respektiere die Verantwortung der Eltern für ihr Kind und unterstütze sie in ihrer Elternrolle.
Ich vermeide Situationen, die zu Missverständnissen, Grenzverletzungen oder Abhängigkeitsverhältnissen führen können
Ich gehe verantwortungsvoll mit persönlichen Informationen um und wahre die Vertraulichkeit.
Ich nehme Beobachtungen, Unsicherheiten und mögliche Hinweise auf Belastungen oder Gefährdungen ernst und handle verantwortungsbewusst.
Ich reflektiere mein eigenes Handeln regelmäßig und bin offen für Rückmeldungen, Beratung und fachlichen Austausch.
Ich trage dazu bei, eine Kultur des Hinsehens, Ansprechens und gemeinsamen Lernens zu fördern
Ich verstehe Kinderschutz als gemeinsame Aufgabe und als kontinuierlichen Prozess professioneller Verantwortung.
Dieser Verhaltenskodex bildet die Grundlage für die professionelle Haltung der PEKiP-Gruppenleitung und ergänzt die im Schutzkonzept beschriebenen Rahmenbedingungen und Verfahrensweisen.
9. Qualitätssicherung, Reflexionskultur und Weiterentwicklung
Die PEKiP®-Gruppenleitung verfügt über eine entsprechende Qualifikation zur Durchführung von PEKiP®-Gruppen.
Die kontinuierliche Auseinandersetzung mit den Themen Kinderschutz, professionelle Haltung und Prävention ist Bestandteil der beruflichen Verantwortung.
PEKiP-Gruppenleitungen verstehen Kinderschutz als kontinuierlichen Reflexionsprozess. Regelmäßiger fachlicher Austausch, kollegiale Beratung und gemeinsame Reflexion unterstützen die professionelle Haltung und tragen zur Qualität und Sicherheit der Gruppenarbeit bei.
Eine gelebte Reflexionskultur ist dabei ein wesentlicher Bestandteil professionellen Handelns. Sie fördert die Fähigkeit, das eigene Handeln kritisch zu hinterfragen, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen und Verantwortung bewusst wahrzunehmen. Reflexion trägt dazu bei, Unsicherheiten anzusprechen, blinde Flecken zu vermeiden und Schutzprozesse kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Das vorliegende Schutzkonzept wurde im Rahmen eines regelmäßigen fachlichen Austauschs mit PEKiP-Fortbildnerinnen, Mitarbeiterinnen und dem Vorstand entwickelt. Grundlage waren gemeinsame Reflexionen im “Digitalen Denkraum”, sowie die Einbeziehung fachlicher Expertise im Bereich Kinderschutz und Prävention.
Das Schutzkonzept wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf weiterentwickelt. Neue fachliche Erkenntnisse, gesetzliche Entwicklungen sowie Erfahrungen aus der Praxis fließen in seine Fortschreibung ein.